Jeder entscheidet für sich selbst, was ihm gut tut und in dieser Situation hilfreich ist. Was für einen anderen hilfreich ist, muss nicht gleich auch das Passende für mich sein. Einfach verschiedene Dinge ausprobieren, in sich hineinspüren und sich selbst kennenlernen.
26.03.2013
Raus aus dem Tief!
Wie kommt man aus einer Krise wieder raus und zu mehr Zuversicht, wenn es den "Blick nach vorne" scheinbar nicht mehr gibt? Lebensberaterin Mag. Marie-Therese Feldmann gibt Auskunft.
Bewegung an der frischen Luft
Bewegung hat eine positive Auswirkung auf ihren Körper. Meist vernachlässigen wir in Krisen unseren Körper, daher wird Ihr Körper es Ihnen danken, wenn sie ihm Gutes tun. Darüber hinaus „erdet“ Bewegung an der frischen Luft, bringt uns in Kontakt mit der Natur und ist für viele Menschen eine hilfreiche Erfahrung in schwierigen Lebenssituationen. Wenn es ihrem Körper gut geht, hat das auch positive Auswirkungen auf Ihren seelischen Zustand. Daher ist es sinnvoll, in seelischen Krisen auf seinen Körper nicht zu vergessen. Auch Gartenarbeit, das „Wühlen in der Erde“, der direkte Kontakt mit der Natur und Pflanzen zeigt eine oftmals entspannende, beruhigende Wirkung. Neben Bewegung unterstützen Sie Ihren Körper am besten auch über gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf.
Tagebuch schreiben
Viele Personen können beim Niederschreiben ihrer Gedanken den eigenen Gefühlen freien Lauf lassen, können sich wortwörtlich alles von der Seele schreiben und fühlen sich danach befreiter und gelassener. Vor allem bei Einschlafproblemen aufgrund von aufwühlenden, kreisenden Gedanken kann es sinnvoll sein, nochmals zu Papier und Stift zu greifen und diese Gedanken aufzuschreiben. Danach fällt das Einschlafen um vieles leichter. Für manche ist das Schreiben auch ein Zwischenschritt, bevor sie mit jemandem über ihre Trauer sprechen können. Es gibt Menschen, für die es schwierig ist, ihre Gefühle und Gedanken in Worte zu fassen. Jenen Menschen könnte es leichter fallen, ihre Emotionen kreativ (z.B. mittels Malen) auszudrücken.
Abschiedsrituale
Wir haben eine Vielzahl von Ritualen für neue Beziehungen bzw. das Feiern einer Partnerschaft (Monatstag, Jahrestag, Verlobung und Hochzeit etc.). In der westlichen Welt sind wir es jedoch weniger gewohnt bei einer Trennung oder Scheidung Abschiedsrituale zu nutzen. Das bewusste Erleben und Abschiednehmen im Rahmen solch eines Rituals kann jedoch befreiend sein; wenn man es schafft, dieses Ritual gemeinsam mit dem Partner zu zelebrieren, kann dies einen positiveren, versöhnlicheren Abschied bewirken. So kann das bewusste Abschiednehmen aus einer Ehe im Sinne eines Scheidungsrituals, bei dem z.B. (von beiden) der Ring/ die Ringe abgenommen oder (gemeinsam) eingeschmolzen/vergraben werden, oder eine gemeinsame Kundgebung über die Trennung im Freundeskreis bzw.der Familie als sehr hilfreich erlebt werden.
Fiktive Briefe an den/die Ex-Partner schreiben
Einerseits hat man hierbei wieder die positive Wirkung des Schreibens. Andererseits hat man darüber hinaus durch Briefe die Möglichkeit, mit dem/der Ex-PartnerIn in Dialog zu treten; Gefühle auszudrücken, offene Dinge rauszulassen, das zu sagen, was einen im Innersten bewegt – und all dies, ohne dass es negative Konsequenzen hat, weil man die Briefe nur für sich selbst schreibt, ohne diese an den anderen zu senden.
An neue Orte fahren bzw. neue Dinge ausprobieren
In einer Partnerschaft bzw. Ehe hat man bestimmte Rituale, gemeinsame Orte, an die man immer wieder fährt, Gewohnheiten, wie man seine Freizeit verbringt. Nach einer kürzlichen Trennung ist es anfänglich wenig hilfreich, dieselben Dinge zu tun bzw. an die gleichen Orte zu fahren. Denn all diese Dinge erinnern nur ständig an die Partnerschaft und die Trennung und können daher sehr schmerzlich sein. Probieren Sie neue Dinge aus, beginnen Sie mit Hobbys, die Sie schon immer ausprobieren wollten. Erkundschaften Sie neue Lokale und Orte – all dies wird Ihnen bei Ihrem Neuanfang gut tun.
Zeit lassen
Wir nehmen uns Zeit, um einen Partner kennen und lieben zu lernen – genauso sollten wir uns Zeit geben, von einem Partner loszukommen und nicht erwarten, dass wir sofort wieder „die Alten“ sind, nur weil eine Scheidung vollzogen oder der Partner ausgezogen ist. Neben Dingen, die einen ablenken, ist es genauso wichtig, sich Zeit zu nehmen, um sich zurückzuziehen und seine Traurigkeit und die verschiedenen Emotionen, die in diesem Zusammenhang bei Ihnen hochkommen, zuzulassen.
Marie-Therese Feldmann
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Mag. Marie-Therese Feldmann
Tel: (0043) 0699/110 96 375
Email: praxis@lebensberatung-feldmann.at
Web: lebensberatung-feldmann.at
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