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Aufruf zur Einkehr – 17.03.20

Heute am Tag 3 stampfe ich wie ein Rumpelstilzchen auf und frage mich, wie ein kleiner Virus solch große Veränderungen bewirken kann. Alles in mir sträubt sich. Als Fake und Blödsinn sehe ich die Berichterstattung an. Nach all meinen Berufsjahren im Gesundheitsjournalismus kann ich den Berichterstattungen einfach so nicht glauben. Zuviel habe ich mit Krankheiten wie SARS, MERS oder der Schweinegrippe erlebt. Stets hat sich die Situation im Nachhinein weniger dramatisch dargestellt, wie berichtet wurde. Und es wurde ersichtlich, wie hochgespielt und unwahr die Gesundheitskommunikation im Hintergrund agierte. Heute fühlt es sich auch so an. Unwahr. So unwahr.

Ich verstehe die Welt nicht mehr. Jedes Jahr um diese Zeit gibt es Viren, die Menschen töten. Jedes Jahr um diese Zeit sterben viele Menschen. Es ist die anstrengende Zeit zum Übergang zur Wärme. Unsere Körper sind nach dem Winter geschwächt und anfälliger für Infekte. Detox und Fasten zur Stärkung sind ja keine Erfindung unserer Zeit. Die Schwäche betrifft vor allem alte und kranke Menschen. Wir wußten doch stets immer, wenn wir uns krank fühlten, gingen wir weder alte und kranke Menschen besuchen und schon gar nicht umarmten wir sie. Krank sein, heißt krank sein und niemanden anstecken.

Was ist jetzt an diesem Virus so anders? Einiges ist anders und muß auch von mir akzeptiert werden: Zum einen gibt es weder spezielle Medikamente noch einen Impfstoff. Zum anderen sind wir auf das neue Virus noch nicht eingestellt. Zudem reisen wir heute viel mehr wie früher und das rund um den Globus. Hinzu kommt die Demografie, die zugenommene Luftverschmutzung und Umweltbelastung und schließlich die Einsparungen in Gesundheitssystemen in Ländern wie beispielsweise Italien. Dazu kommt, dass die Inkubationszeit bei der Erkrankung recht lang ist und Menschen auch ohne Symptome den Virus übertragen können. Dadurch wird der Corona-Virus viel stärker als früher überall auf der Erde verbreitet.

Warten wir jetzt einmal, ob die Dramatik hält, was sie verspricht. Eines ist jetzt schon mal klar: Corona ist nicht nur ein Virus, es ist auch ein Stopp-Schild für uns alle und ein Aufruf zur Einkehr, zur Ruhe und zum Rückzug – um Gewohnheiten zu ändern, Beziehungen wieder zu entdecken und wertzuschätzen.

Fotocredit: RainerSturm  / pixelio.de

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