Rainer Sturm / pixelio.de
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Dankbarkeit üben – 26.3.20

Es ist interessant zu beobachten, wie wir uns mit jedem Tag verändern und weiterentwickeln. Ich schreibe nicht von einer Anpassung, die meine ich nicht. Heute am Tag 12 meine ich, wie wir die Phasen der Krise entlanggehen und uns verändern. Nach der ersten Phase des „Nicht-wahrhaben-Wollens“ und der zweiten Phase der „aufbrechenden, chaotischen Emotionen“, beobachte ich selber an mir, wie ich mich aktuell in der 3. Phase – der Phase des Suchens, Findens und Sich Trennen befinde. Ich rege mich nicht mehr auf, sondern akzeptiere die Situation, übernehme Verantwortung für Hyigenemaßnahmen und den Rückzug in unsere vier Wände und überlege mir emsig, wie ich neue Gewohnheiten mit Freude implementieren kann.

Ich bin dankbar, dass mein Mann und meine Kinder gesund sind und dass wir eine Hündin haben, die uns täglich drei Mal dazu bewegt, mit ihr ins Grüne spazieren zu gehen. Ich bin auch dankbar für unsere schöne Wohnung und die aktuelle Ruhe. „Dankbarkeit ist schöpferisch, sie kann aus jeder Gelegenheit etwas machen“ meint der aus Österreich stammende US-amerikanische Benediktinermönch und spirituelle Lehrer David Steindl-Rast und weiter „In jeder gegebenen Lage, sei sie noch so schwierig, wird uns Gelegenheit geschenkt, uns schöpferisch – und dadurch dankbar – zu erweisen“.

Steindl-Rast schreibt selber seit Jahren in seinem Taschenkalender zumindest eine Sache am Tag, für die dankbar zu sein ihm vorher noch nie in den Sinn gekommen ist. Laut ihm lässt sich dankbare Achtsamkeit üben und erlernen. Wir können dadurch unsere Freude, Lebendigkeit und vorallem unsere Gesundheit fördern und unterstützen. Ich habe beschlossen, das probiere ich jetzt auch aus. So geht es:

  • Am Abend vor dem Schlafengehen auf den vergangen Tag zurückschauen und für etwas noch nie vorher Beobachtetes zum ersten Mal dankbar sein.
  • Oder Vorausplanen und sagen, heute achte ich auf Gerüche, morgen auf Farben, übermorgen auf Formen und überübermorgen auf Geräusche.
  • Wie in einem Seminar, das jeweilige Dankbarkeits-Ritual jede Woche wieder von vorne beginnen.

Heute achte ich auf Farben. Gleich in der Früh war ich dankbar über das schöne Blau unserer Bettdecke und über das schöne schwarze Fell unseres Hundes, der in unserem Bett zu den Füssen kuschelt. Zusätzlich lacht mich jeden Morgen eine prächtig gedeihende grüne Pflanze an, die ich von meinem Bruder zu meinem Geburtstag letztes Jahr bekam. Damit bin ich in den heutigen Tag gestartet und beobachte nun weiter, welche Farben mir weiter begegnen.

Foto: Rainer Sturm  / pixelio.de

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