Heike Berse / pixelio.de
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Lachen ist Medizin – 01.04.2020

Erster April, Tag 18. Hätte mir vor einem Jahr jemand gesagt, dass wir ab 1.April 2020 Gesichtsmasken tragen müssen, ich hätte geantwortet „Ätsch, 1. April“. Leider nein. So ganz ohne Lachen geht es am 1. April heute aber auch nicht.

Gestern Abend hat uns ein Freund ein Video gesendet. Ein Seniorenpaar sitzt auf einer Bank und erklärt mit einem Vorarlberger Dialekt, wie man sich gegenseitig Gesichtsmasken aufsetzt – und zwar mit Unterhosen. Mein Mann und ich haben beim Anschauen so lachen müssen und ich habe das Video gleich an Freund*innen und Verwandte weitergesendet.

Denn Lachen ist wie Medizin: Zwanzig Sekunden Lachen sollen der körperlichen Leistung von drei Minuten Rudern entsprechen. Über hundert Muskeln sollen beteiligt daran beteiligt sein – von der Gesichtsmuskulatur bis zur Atemmuskulatur. Dabei wird deutlich tiefer geatmet als sonst. Dadurch werden die Körperzellen mit mehr Sauerstoff versorgt, die Bronchien durchlüftet, Verbrennungsvorgänge befördert, Muskeln entspannt sowie Herz und Kreislauf angeregt. Klar, dass dadurch auch unser Immunsystem in Gang kommt. Antikörper, die Bakterien und Viren ausschalten können, zirkulieren vermehrt im Blut. Genau das brauchen wir jetzt. Ein lustiges Training! Daher ist Lachen die natürlichste Art der Prävention. Ganz ohne Nebenwirkungen. Wir können das selber jetzt durch Anregung so umsetzen:

  • Emotionale Anregung: durch positive Grundstimmung, etwa sich schöne und lustige Erinnerungen ins Gedächtnis rufen,
  • Kognitive Anregung: durch einen Witz oder eine Situationskomik,
  • Körperliche (motorische) Anregung: durch Kitzeln oder Lach-Yoga

Wie sehr gerade körperliche Empfindungen unsere Gefühle beeinflussen, dazu hat mir gestern eine gute Freundin, Kulturphilosophin Elisabeth Schrattenholzer von einer Übung geschrieben, die sie manchmal mit ihren Student*innen und Workshop-Teinehmer*innen gemacht hat:

Zieh (mit den Fingern) deine Mundwinkel kräftig hinunter und sag ‚Ich bin so fröhlich!‘ – oder zieh die Mundwinkel hinauf und sag ‚Ich bin so traurig‘. Die Übung endete immer unweigerlich mit herzlichem Gelächter.

Gelotologie nennt sich übrigens das neue Fachgebiet, das die Auswirkungen des Lachens auf die körperliche und psychische Gesundheit untersucht – und in der Folge auch als Therapie einsetzt. Wie beispielsweise die Clinic-Clowns.

Foto:  Heike Berse  / pixelio.de

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