Helene Souza / pixelio.de
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Selbstverantwortung – 29.4.20

Ich sehe mir täglich die Pressestatements der Bundesregierung auf Facebook an. Heute am Tag 46 jene mit Kanzler Kurz und Vizekanzler Kogler. Sebastian Kurz meinte einleitend: „Ich möchte mit einer guten Nachricht beginnen. Die Zahl der Neuinfektion ist weiterhin niedrig, ein Wert auf unter 50 heute. Wenn wir zurückblicken auf die letzten Tage, sehen wir, dass wir konstant auf niedrigem Niveau unterwegs sind. Stets Zahlen unter 100. Das ist in Europa aber auch weltweit ein Spitzenwert. Wir dürfen uns darauf nicht ausruhen. Denn mit der Wiederöffnung steigt natürlich auch die Gefahr, dass die Ansteckungszahlen nach oben gehen. Aber man kann schon zusammenfassen, es ist uns da in Österreich allen gemeinsam in den letzten Wochen sehr sehr viel gelungen. Und genauso erfolgreich wie wir es gemeinsam in Österreich geschafft haben, die Zahl der Neuinfektionen herunterzubringen genauso erfolgreich wollen wir jetzt dabei sein, ein wirtschaftliches Comeback für Österreich zustandebringen. Unser Ziel ist es, den Standort Österreich zu alter Stärke zurückzuführen und so viele Menschen wie nur möglich in Beschäftigung zu bringen.“

Es wurde in weiterer Folge viel geredet und in den Kommentarverlauf auf Facebook häuften sich die Kommentare wie „Sie fahren Österreich mit Vollgas gegen die Wand“ oder „Bla Bla, ich kann das Geschwafel nicht mehr hören“ oder „Rücktritt“ versehen mit vielen Ärger-Emojis, also Ärger-Smiley Gesichter. Denn konkrete Umsetzungspläne wurden von der Bundesregierung noch nicht präsentiert. Während das tägliche Leben langsam wieder erwacht, nehmen die Vorwürfe, der Ärger, die Ungewissheit und Unzufriedenheit zu. Heute ertappe ich mich dabei, dass ich mich anstecken lasse.

Ich bin jedoch nicht Unternehmerin EPU-lerin geworden, um mich jetzt wieder kaputt machen zu lassen. Ich sitze mit 315.000 anderen EPUs in einem Boot. Die Hälfte der EPUs klagen über Liquiditätsprobleme. Es zeichnet sich ab, dass es eine harte Verteilungsauseinandersetzung geben wird, meint mein Schwager Niko Formanek in seinem Live-Stream „Wir die Blöden“. Und zwar nicht mehr „nur“ zwischen „arm und reich“ sondern auch zwischen jenen, die finanziell gut – weil staatlich und steuerlich finanziert – durch die Krise kommen und jenen, die auf der Strecke bleiben.

Ich weigere mich, bei diesen aufkommenden Verteilungsauseinandersetzung mitzumachen und überlege mir, wie ich das Portfolio meines EPUs weiterentwickeln kann. Verantwortung für mein eigenes Leben zu übernehmen, heißt, aufzuhören, dem Virus, der Regierung, dem Chef, den Partner*innen oder Kindern oder anderen Umständen die Schuld für die jetzigen Probleme zu geben. Das haben mir mein Leben und meine vielen abgehaltenen Mobbing und BurnOut-Beratungen gelehrt.

Eine negative Denk- und Lebensweise zu füttern, würde mich unglücklich und unkreativ machen. Selbstverantwortung heisst für mich, selbst die Verantwortung für meine Gefühle und Probleme zu übernehmen und dann die notwendigen Entscheidungen zu treffen. Genau das habe ich vor.

Fotocredit: Helene Souza  / pixelio.de

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