Warum lasst ihr Euch das gefallen?

Ich bekam am 5.9.13 eine Presseaussendung zugesandt eines Online-Dating-Portals, welche den Titel trägt “Männer zum Verkauf”. Nun habe ich mir den Spaß erlaubt und den Wortlaut ein wenig umgeändert, also einfach anders formuliert.

Für jedes Wort “Männer bzw. Typen” habe ich das Wort “Frauen” und für jedes “Kerle” habe ich das Wort “Tussis” eingesetzt. Dann habe ich “James-Bond” mit “Brigitte Bardot” ausgetauscht. Und für SHOPAMAN habe ich SHOPAWOMAN eingesetzt. Gegendert habe ich es natürlich auch. Hier das Resultat:Frischware im 1. Frauen-Pop-Up-Store Deutschlands:

Bis einschließlich Samstag können im  POP SHOP in Berlin echte Tussis geshoppt werden. Ob sexy Rettungsschwimmerin, knackige Boxkämpferin oder Brigitte-Bardot-Lookalike – das sorgfältig geprüfte Frauensortiment lädt zum schamlosen Begutachten, Test-Flirten und Daten ein. Damit im Kaufrausch nicht die Katze im Sack erworben wird, bietet der Shop auch Informationen zur “Ausstattung” der Singles, von Hobbys bis zum Filmgeschmack. Gefällt ein “Produkt”, kann Mrs. Right bequem an der Kasse geshoppt werden. Statt beim Schuhkauf entlockt eben ab sofort der Trend “Frauenshoppen” den Schrei vor Glück. Im POP SHOP darf drei Tage lang geshoppt werden, was das männliche Herz begehrt: knackige Tussis aus Fleisch und Blut.

“Mit dem Shop machen wir unser Dating-Konzept anfassbar und erlebbar. Statt im virtuellen Einkaufswagen, werden die Frauen direkt an der Kasse geshoppt. Und wer weiß, vielleicht setzt sich ja der stationäre Handel als fester Vertriebskanal durch”, so Lukas Brosseder, Geschäftsführer von SHOPAWOMAN, mit einem Augenzwinkern. Männer shoppen übrigens kostenlos.

Vor Ort können beliebig viele Frauen mittels Produktnummer auf Einkaufslisten notiert und zur Kasse gebracht werden. Dort werden Shopaholics online mit ihrer Traumfrau verknüpft – danach kann weitergeflirtet werden. “Bis Samstagabend sind unsere Frauen aber Ansichtsexemplare und bleiben bis dahin im Store. Andernfalls hätten wir einen ganz schönen Frauenverschleiß”, lacht Lukas Brosseder.

Was glauben Sie, passiert, wenn solch eine Presseaussendung tatsächlich durch den Äther geschickt wird? Alles was Rang und Namen in der weiblichen Emanzipationsbewegung hat, wäre auf den Barrikaden. Und das wäre OK. Denn so eine Aussendung ist nicht OK. Dann muss ich Euch Männer ernsthaft fragen:  Warum lasst ihr Euch das gefallen?

Der Original-Text ist HIER nachlesbar.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

code