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Gesund im Alter – 21.03.20

Tag 7 und wir sitzen immer noch zu Hause. Unsere Hündin hat Fieber und eine Mittelohrentzündung. Wir wissen das heute, weil wir gestern mit ihr einer Tierärztin waren. Fast habe ich mich wieder wie vor einer Woche gefühlt – normal hinausgehen und eine andere Person treffen. Wir haben jedoch dieses „Real Life“ nicht. Zurzeit tabu! Zu recht. Es ist richtig und wichtig, dass wir aufgrund des Corona-Virus zu Hause bleiben. Direkte Begegnungen sollen damit auf ein Minimum beschränkt und die Kurve der Neuinfektionen abgeflacht werden. Oberstes Ziel ist der Schutz der Gesundheit aller in Österreich lebenden Menschen – besonders ältere Menschen.

Denn für Menschen ab 65 Jahren und solche mit bestehender Vorerkrankung kann das neue Corona-Virus gefährlicher sein. Damit wird älteren Menschen das Bewusstsein vermittelt, sie seien geschätzt und wertvoll. Gleichzeitig wird jedoch das ohnehin schon zur genüge strapazierte Klischee über den Alterungsprozess „Wer alt ist, ist krank“ gestärkt. Ein Experiment zeigt, welch Schaden dies im Gehirn von älteren Menschen hinterlassen kann: Am Bostoner Beth Israel Deaconess Hospital testeten der Gerontologe Dr. Jeffrey Hausdorff und die damalige Harwardstudentin Becca Levy die Auswirkungen von unterbewussten Überzeugungen auf die Gehgeschwindigkeit im Alter. Die Versuchspersonen im Alter von 63 bis 82 Jahren wurden dazu zuerst einen Gang von der Länge eines Football-Feldes entlanggeschickt. Gemessen wurden dabei die Gehgeschwindigkeit und die Schwingzeit – das ist die Zeit, die der Fuß ohne Bodenkontakt in der Luft verbringt. Anschließend mussten die Teilnehmer*innen ein kurzes Computerspiel spielen. Bei der Hälfte der Teilnehmer erschienen dabei am Computer kurz positive Begriffe wie „fähig, lebensklug und scharfsinnig„. Bei der anderen Hälfte blitzten am Schirm negative Begriffe wie „krank, senil und abhängig“ auf. Dann mussten die Teilnehmer*innen nochmals dieselbe Strecke am Gang entlanggehen.

Fazit der Studie: Die positiv beeinflusste Gruppe ging um neun Prozent schneller und hatte eine viel längere Schwingzeit als die negativ beeinflusste Gruppe. Dies soll uns dazu aufrufen, uns unserer Überzeugungen im Hinblick auf das Altern und der physischen Folgen dieser Überzeugungen bewusst zu werden: Wer alt ist, ist nicht automatisch krank und auch nicht automatisch vom Corona-Virus stärker gefährdet. Alt und krank sein, hängen stark sowohl von unserer Gesundheit wie auch von unseren Erwartungen und Haltungen im Leben ab.

Also habt positive Gedanken, besonders wenn Ihr 65+ seid. Bleibt zu Hause und haltet in Euren vier Wänden durch. Und laßt Euch keine Angst machen. Der Corona-Virus geht vorbei. Es gibt ein schönes und gesundes Leben danach.

Die Studie habe ich übrigens im Buch „Wechseljahre-Selbstheilung, Veränderung und Neuanfang in der zweiten Lebenshälfte“ von Dr. Christiane Northrop (erschienen 2001 im Verlag Zabert Sandmann, S. 338) gefunden.

Fotocredit: dixiland  / pixelio.de

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